Tanzheilkunde

TANZHEILKUNDE

TANZ als Lebensstil

TANZEN hilft, TÄNZER zu finden. Unter Gleichgesinnten tanzt es sich gut. Hemmungen verschwinden, Erfahrungswerte anderer helfen dem eigenen TANZerleben. Freundschaften entstehen. Mit TANZ lassen sich Welten verbinden und Sichtweisen, die sich im Alltag als Hindernis erweisen würden, fügen sich zueinander. Neues entsteht: Gemeinsam, Füreinander, Miteinander. Das Tempo bestimmt dabei jede/r selbst. TANZ birgt kulturelles, ethnisches, gesellschaftliches, politisches, soziales, rituelles und körperliches Wissen in sich und bezieht all das ein, was menschliches- und zwischenmenschliches Erleben und Verstehen möglich macht. Letztendlich ist Tanz eine Form von Bewegung. Bewegung bedeutet Leben. Nicht zu Tanzen bedeutet demnach, sehr frei übersetzt: auf eine Lebensform verzichten? Freies, fröhliches, auch ekstatisches Tanzen ist eine Bewegungskultur und führt in unserer konditionierten Gesellschaft

ein Nischendasein. Es muss wieder zur Allgemeinbildung gehören und sollte eben nicht nur Tanzexperten und Profis überlassen werden. 

Die Essenz von TANZ ist dein TANZ. Sei eine TÄNZERIN, sei ein TÄNZER!


TANZ und MUSIK

Musik ist Schöpferkraft. Als eine Kunstgattung verbindet sie Musiker, Tänzer, Sänger, Zuhörer. Nur im Tanz kann Musik räumlich sichtbar gemacht werden. Der Tanz dient als Interpretationsinstrument und ist ein Vermittler zwischen den Künsten. Musik begleitet den Tänzer, manchmal auch umgekehrt: der Tänzer unterstützt den Musiker. Im besten Fall befruchten sich beide in ihrem kreativen Ausdruck.
Aus der Tanzgeschichte ist anfänglich der Einsatz von Gesang und rhythmischem Klatschen zur Tanz- bzw. Bewegungsunterstützung bekannt. Später folgten einfache Rasseln oder Trommeln, noch etwas später kamen schlicht geschnitzte Flöten dazu. Mit Hilfe von musikalischen Instrumenten, auch der eigenen Stimme, lassen sich somit ganz unterschiedliche Töne bilden, die, aus ihrer Eigenqualität heraus, eine entsprechende Resonanz im Körper ergeben. Im besten Fall ist diese Resonanz so einladend, dass der Impuls zur eigenen Bewegung eingeleitet wird.

Es wichtig zu verstehen, w i e Töne entstehen und w a s damit erreicht werden kann. Wir unterscheiden Dur- und Moll- Tonarten. Auch lassen sich Obertöne erzeugen, die über dem Grundton liegend, kaum hörbar mitklingen aber die Klangfarbe mitbestimmen. Gerade diese Töne erschaffen Ur-Resonanzen im Körper. Je nach Anwendung können diese eher fröhlich-positive Effekte oder eher traurige Emotionen hervorrufen. Für Bewegung und Tanz braucht es als verbindendes Element zwischen den Tönen einen Rhythmus. Auch hier bewirkt ein langsamer Rhythmus andere Bewegungsideen als ein etwas schnellerer. Immer ist wichtig was im und für den jeweiligen Tanzausdruck erreicht werden soll. Das wiederum bestimmt den Einsatz von Tonart und Rhythmus. Musik kann also wunderbar stimulierend wirken und Emotionen und Tanzschritte erwecken und zu kreativen Bewegungsimpulsen anregen. Probier es aus!



TANZ und ATEM

Der Atem ist die Brücke nach Innen. Unser Atem ermöglicht überhaupt die Bewegung unseres Körpers. Mit kraftvollem Ausatmen können Gifte wieder ausgeschieden werden um damit den Zellstoffwechsel und die Immunabwehr anzuregen. Bewusstes Einatmen geht dabei dem bewussten Ausatmen voraus. Ist die Atmung nicht gut, verlieren wir die Fähigkeit zu verdauen, physisch und psychisch betrachtet. Alles was wir spontan verspüren, ob wir uns gut fühlen oder in Anspannung sind, alles hat Einfluss auf unseren Atem. Geht es uns schlecht, atmen wir schlecht. Der Atem ist die Essenz von Leben und Bewegung. Ein tiefer, regelmäßiger und stabiler Atem gibt dem Körper das Signal für Beständigkeit und Gesundheit.
Lernen wir unseren Atem kennen. Lernen wir, mit unserem Atem zu atmen und: zu tanzen. Bewusstes Atmen und Tanzen sind gut miteinander vereinbar. Zur dynamischen Bewegung stellt sich das entsprechende Atmen ein und verhilft dem Körper zu einer erhöhten Sauerstoffverarbeitung, was den Stoffwechsel anregt und körperliche und geistige Prozesse befördert. Der Atem ist die Brücke nach Innen. Unser Atem ist damit eine sehr natürliche Quelle zur Selbstheilung, besonders im freien Tanz.


Eine HOMMAGE an die Urkraft TANZ
Die hier von mir aufgeführten Betrachtungen sind Erfahrungen aus meiner jahrelangen Tätigkeit als Tänzerin, Tanztrainerin und Choreografin. Es sind Beobachtungen aus unzähligen Tanz- und Bewegungsveranstaltungen, aus Aufführungen, aus Tanzkursen und Tanzworkshops. Es ist das Resümee aus meiner Liebe zum Tanz, um besser zu verstehen, was körperliche Bewegung, was Tanzausdruck, was geführte Schritte oder freie Bewegung mit der tanzenden Person machen.

Meine These lautet: Tanzen kann Heilen. 
Und ich möchte mich an der Diskussion für eine Neuausrichtung von Tanz beteiligen. 
Ich erhoffe mir ein Öffnen, ein Erneuern, eine mutige Auseinandersetzung mit Tanz. In jeder Kultur finden sich anthropologische Tanzfundamente. Aus diesen archaischen Überlieferungen können wir lernen. Wir wissen das, aber schöpfen wir tatsächlich daraus? Besinnen wir uns auf die alten Tanzweisen, können wir im Heute neue und kreative Umsetzungsmöglichkeiten finden und sie in unseren Alltag integrieren. Die körperliche Bewegung bekommt so wieder die Bedeutung zugesprochen, die sie mit der Entwicklung der Menschheit bereits hatte. 
Ich wünsche mir freie Räume für freie Tanzgestaltung, die wir nicht nur Profis und Tanzexperten überlassen, sondern für eigene, höchst individuelle Ausdrucksweisen und Findungsprozesse nutzen können. Je mehr wir von uns wissen, umso achtsamer und sinnvoller können wir mit uns und unserer Welt umgehen. Mögen
die Hemmschwellen und Vorurteile verschwinden und der Spaß am Tanzen wachsen. Besinnen wir uns auf die Eigenqualität von Tanz, denn Tanz birgt den Impuls der Veränderung in sich. Was für eine Chance.
Tanzt mit!

gez. Cornelia Graumann (April 2025)

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